Kantonale Initiative für mehr bezahlbaren Wohnraum

hp wohnen

Gemeinsam mit der Juso Zug sammeln wir die kantonale Volksinitiative für mehr bezahlbaren Wohnraum. Mit diesem Volksbegehren fordern wir die Schaffung und den Erhalt von preisgünstigem Wohnraum mit dem Ziel, dass bis in 20 Jahren 20% der Wohnungen im Kanton Zug bezahlbar sind.

!DEN UNTERSCHRIFTENBOGEN GIBT ES HIER!

3.5 Zimmer Wohnung für 2800 Franken, Kurzzeit Loftwohnung für internationale Top Manager und 7 Zimmer Terrassenhäuser bewohnt von 2 Personen. So präsentiert sich aktuell der Zuger Wohnungsmarkt. Gemäss dem Amt für Wohnungswesen des Kantons Zug, entsprechen nicht mal 5% der Wohnungen der Definition „preisgünstig“. Vereinzelte bezahlbare Wohnungen werden dann jeweils von den Gemeinden und den Medien gefeiert wie ein Weltmeistertitel, sind aber höchstens ein Tropfen auf den Heissenstein.

Paradies für Alte und Reiche
Das Wirtschaftsmagazin Bilanz veröffentlichte im Februar  2012 parallel zum alljährlichen Städteranking auch ein Artikel über die besten Wohnorte für die jeweiligen Zielgruppen und da steht es schwarz auf weiss: Zug das Paradies für Alte und Reiche. Die sozioökonomischen und demographischen Auswirkungen dieser Entwicklung sind gravierend. Die schleichende Entzugerung führt nicht nur zum Verlust von Herz und Niere der i Zuger Gemeinden, sondern auch zu wachsenden Pendlerströmen und folglich zur Überlastung von Strasse und ÖV. Die steigende Alterung unserer Kantonsbevölkerung zeigt sich in den konstanten Nachwuchsproblemen in Vereinen und gemeinnützigen Organisationen sehr deutlich.

Preisgünstig oder gemeinnützig?
Der Ausdruck „bezahlbarer Wohnraum“ tönt im ersten Moment absolut logisch. Aber was genau bedeuten Worte wie bezahlbar, preisgünstig, gemeinnützig oder Kostenmiete? Als gemeinnützig wird grundsätzlich eine Tätigkeit bezeichnet, die darauf abzielt, das allgemeine Wohl zu fördern und dabei keine eigenen Interessen in materieller und wirtschaftlicher Hinsicht verfolgt. Diese Definition können insbesondere Wohnbaustiftungen und Wohnbaugenossenschaften für sich in Anspruch nehmen. Gemeinnützig ist deshalb preisgünstig vorzuziehen. Für den Begriff Preisgünstig existiert auch im Wohnbauförderungsgesetztes des Bundes keine abschliessende Definition sondern Umschreibungen, wie zum Beispiel für „Haushalte mit tiefem Einkommen“ oder „Mietwohnungen mit günstigen Mietzinsen“. Die Schweizerische Vereinigung für Landesplanung schlägt deshalb vor, sich am Begriff der Kostenmiete zu orientieren, denn preisgünstig beziehungsweise bezahlbar ist regional sehr unterschiedlich. Kostenmiete bedeutet, dass der Vermieter des preisgünstigen Wohnraums keinen oder höchstens einen geringfügigen Gewinn auf den Mietzins erzielen darf.

Situation im Kanton Zug
Der Kanton Zug kennt ein Wohnbauförderungsgesetz, welches vor allem einzelnen Personen die Miete vergünstigt, falls verschiedenste Kriterien erfüllt sind. Zudem werden auch Tiefziensdarlehen an gemeinnützige Wohnbaugenossenschaften abgegeben, um diese beim Bau zu unterstützen. Beide Modelle sind zwar ehrenhaft, aber in ihrer Wirkung zu wenig effektiv. So machen nur wenige Personen von der individuellen Unterstützung gebrauch, welche mehr als Sozialhilfe daherkommt. Das Problem von gemeinnützigen Genossenschaften liegt nicht im benötigten Geld für den Bau, sondern in den astronomisch hohen Landkosten in unserem Kanton.

Bezahlbar_Zugerwoche